Hi 🙂 Schön, dass du da bist.
Die Adventszeit hat begonnen. Und mit ihr diese seltsame Mischung aus Vorfreude und Erschöpfung.
Lichter, Kalender, Plätzchen, Geschenke. Vorführungen, Jahresabschlüsse, Weihnachtsmärkte, Familienbesuche. Süssigkeiten, Zucker, Kälte, Dunkelheit.
Aber ehrlich? Manchmal fühlt es sich mehr nach To-do-Liste an als nach Ankommen.
Vielleicht kennst du das:
Die Kinder wollen basteln und du musst noch einkaufen.
Du möchtest zur Ruhe kommen, aber der Alltag lässt nicht los.
Du wünschst dir Gemütlichkeit, und die Erwartungen von aussen werden immer lauter.
Advent muss nicht perfekt sein.
Bei mir geht es um Begleitung. Um Resonanz. Um das Sehen und Gesehenwerden.
Heute möchte ich dich einladen, genau das auch für dich selbst gelten zu lassen.
Advent darf auch heissen:
Nicht alles schaffen.
Nicht allen gerecht werden.
Einfach da sein.
Warum diese Zeit neurobiologisch herausfordernd ist
Advent wird romantisiert. Biologisch gesehen ist er für Kinder aber eine echte Belastungsphase.
Mehr Zucker. Mehr Reize. Mehr soziale Ereignisse. Weniger Schlaf. Weniger Routinen, auf die sie sich verlassen können.
Das Nervensystem reagiert darauf mit erhöhter Grundaktivierung. Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin werden schneller ausgeschüttet, wenn viele kleine Anforderungen sich über den Tag summieren.
Das ist kein schlechtes Verhalten. Das ist Physiologie.
Der bekannte „Ausbruch wegen Kleinigkeiten“ – der falsche Teller, die falsche Socke, die falsche Reihenfolge – ist dabei kein Trotz. Es ist ein Signal: Die Kapazität war schon vorher erschöpft.
Kinder explodieren nicht wegen Details. Sie reagieren auf die Gesamtlast. Die Kleinigkeit ist nur der letzte Tropfen.
Und hier kommt die gute Nachricht: Kinder regulieren ihren Stress nicht alleine, sondern über die Signale der Erwachsenen um sie herum. Wenn du beruhigst, verlangsamst, Orientierung gibst, dann sinkt ihr Stressniveau messbar. Das nennt man Co-Regulation: Nervensysteme stimmen sich aufeinander ab.
Advent funktioniert nicht über Perfektion. Er braucht Balance.
Ein bisschen Zucker und echtes Essen.
Schöne Highlights und langweilige Routine.
Viele Reize und echte Pausen.
Pausen sind dabei kein Luxus, sondern sind die Voraussetzung dafür, dass Kinder überhaupt in der Lage sind, schöne Momente wahrzunehmen.
Ein Impuls: Die Advent-Pause
Such dir bewusst Momente, in denen du nichts tun musst.
Mach eine Pause. Und zwar eine, die wirklich erholsam ist.
Vielleicht zuhause mit einem Tee. Vielleicht im Gym beim Gewichte stemmen. Vielleicht zu lauter Musik tanzend oder mit einem Hörbuch durch den Wald schlendernd.
Gerade jetzt gilt noch mehr als sonst: Du bist das Modell für deine Kinder. Leuchten kannst du nur, wenn du genügend Energie hast.
Für deine Kinder: Der Dankbarkeits-Zettel
Jeden Abend im Advent darf ein Familienmitglied einen kleinen Zettel schreiben oder malen:
Wofür bin ich heute dankbar?
Das kann etwas Grosses sein oder etwas ganz Kleines.
Ein Lächeln. Ein Moment. Ein Gefühl.
Die Zettel kommen in eine Schachtel oder an einen Zweig.
Am Ende der Adventszeit lest ihr sie gemeinsam.
Nicht, um zu bewerten.
Sondern um zu sehen: Was hat uns getragen?
Was Kinder im Advent wirklich brauchen
Sie brauchen keine 24 Programmpunkte.
Keine perfekte Dekoration.
Kein riesiges Geschenk.
Sie brauchen Erwachsene, die präsent sind.
Die Zeit haben. Die zuhören.
Die mit ihnen sein können, ohne nebenbei noch zehn andere Dinge zu erledigen.
Und manchmal brauchen sie Erwachsene, die sagen:
„Heute machen wir es uns einfach.“
Das ist keine Schwäche. Das ist Selbstfürsorge.
Und genau das lernen Kinder dann auch.
Eine Frage zum Schluss:
Was würde diese Adventszeit leichter machen für dich und für deine Familie?
Weniger Termine? Ein Ritual, das wirklich zu euch passt? Mehr Raum für Spontanes?
Du musst nicht alles umsetzen. Manchmal reicht schon eine kleine Veränderung.
Ich wünsche dir einen Advent, der sich richtig anfühlt.
Nicht perfekt. Aber echt.
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