Kein Kind ist zu viel

„Ich liebe mein Kind – aber ehrlich: Manchmal ist es einfach zu viel." Was, wenn dieses Gefühl nicht bedeutet, dass Kinder „zu viel" sind, sondern dass unsere Systeme zu eng geworden sind?

Podcast „Der Begleiter“
Episode 1 – Kein Kind ist zu viel

Ich liebe mein Kind – aber ehrlich: Manchmal ist es einfach zu viel.

Was, wenn dieses Gefühl nicht bedeutet, dass Kinder „zu viel“ sind – sondern dass unsere Systeme zu eng geworden sind?

In dieser Folge erfährst du, warum Überforderung in Familien normal ist und warum sie oft weniger mit den Kindern als mit Strukturen, Erwartungen und innerem Druck zu tun hat.

Du lernst, wie Hannah Arendts Philosophie, Bindungstheorie, Neurobiologie und Alltagserfahrung zusammenwirken, damit Kinder Wurzeln und Flügel entwickeln können.

Diese Episode zeigt dir Wege, Überforderung neu zu denken, Co-Regulation im Alltag umzusetzen und Kinder zu begleiten, ohne dich selbst zu verlieren.

In dieser Episode spreche ich über …

  • Den Satz „Kein Kind ist zu viel“ – und warum er eine Haltung ist
  • Hannah Arendts Gedanken zu Verantwortung, Freiheit und Natalität
  • Warum Strukturen oft zu eng sind, nicht die Kinder „zu viel“
  • Bindung als sichere Basis: Anker statt Käfig
  • Selbstbestimmungstheorie (Autonomie, Kompetenz, Zugehörigkeit)
  • Co-Regulation und die Rolle der Amygdala bei Stress
  • Alltagssituationen wie morgendliches Anziehen, Albträume oder Chaos-Momente
  • Konkrete Beispiele aus meiner Arbeit in Deutschland, Chile, Panama und der Schweiz

Die zentrale Botschaft

Kein Kind ist zu viel. Aber manche Systeme sind zu eng.

Wenn ein Kind als „schwierig“ wahrgenommen wird, sagt das mehr über die Strukturen aus, in denen wir begleiten, als über das Kind selbst. Schulen, die auf Stillsitzen und Gleichschritt ausgelegt sind. Familien, die unter Druck stehen. Erwartungen, die keinen Raum lassen für Individualität.

Diese Episode lädt dazu ein, genau hinzuschauen – nicht auf das Kind, sondern auf die Bedingungen, unter denen wir versuchen, Kindheit zu organisieren.

Jetzt anhören

Für wen ist diese Episode?

Eltern, die spüren, dass ihr Kind anders tickt – und nach Verständnis suchen

Pädagog:innen und Therapeut:innen, die mit „schwierigen“ Kindern arbeiten

Alle, die Haltung statt Rezepte suchen

Impulse zum Weiterdenken

Nach dem Hören kannst du dir folgende Fragen stellen:

  1. Wo in meinem Alltag erlebe ich Überforderung – und woran liegt das wirklich?
  2. Welche Strukturen (Schule, Familie, Freizeit) erzeugen Druck – und wo könnte ich Raum schaffen?
  3. Was bedeutet Co-Regulation konkret für meinen Alltag mit diesem Kind?

Mehr vom Begleiter

Der Begleiter erscheint alle zwei Wochen – mit neuen Perspektiven auf Erziehung, Bindung, ADHS, Schule und Elternsein.

Nächste Episode: Selbstliebe beginnt bei uns – warum du dich selbst mit Respekt behandeln musst, bevor du andere begleiten kannst.

Lesefortschritt

Kapitel des Beitrages

Julian Lehnhardt

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Der Begleiter

Magazin für Systemische Wegbegleitung

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Der Advent muss nicht perfekt sein, sondern er braucht Balance: Ein bisschen Zucker und echtes Essen. Schöne Highlights und langweilige Routine. Viele Reize und echte Pausen.
Wie wir über Kinder sprechen, prägt, wie sie sich selbst sehen. Warum „nicht falsch“ immer noch falsch klingt – und wie eine Sprache aussehen kann, die Kinder stärkt, statt sie zu bewerten.